Teilnehmer*innen

Choreograph
Karim Khouader
A "Roses"
Choreographie: Karim Khouader. Frankreich
Freiberuflich
Dauer: 12 Minuten
Musik: CJM'S: La Fusillade
Tanz: Johanna Faye, Karim Khouader, Odile Lacides,
Judicaël Mathurine, Quentin Mariello, Kevin Moulin, Aisi Zhou
Diese Performance erzählt eine fiktive Geschichte, die mit filmischen Mitteln auf der Bühne zum Leben erweckt wird: Im Zentrum steht der Raub eines großen Juweliergeschäfts, in dem ein seltenes Elixier namens „Roses“ verborgen ist. Wer seinen Duft einatmet, beginnt zu träumen und der eigenen Realität zu entfliehen. Zwischen Fantasie und Wirklichkeit begleiten wir einen sensiblen jungen Mann aus einem Arbeiterviertel auf der Suche nach seinem Platz in der Gesellschaft. Während die Bühnenwelt aus den Fugen gerät, tauchen wir in seine Vorstellungskraft ein – poetisch, elegant und voller Sehnsucht nach einem anderen Leben.
Der Tänzer und Choreograph Karim Kh lässt sich von der Hip-Hop-Kultur inspirieren. Zwischen Underground-Battle-Szene und zeitgenössischer Choreographie entwickelt er eine eigene, unverwechselbare Bewegungssprache. Seit mehreren Jahren unterrichtet er in Paris und international und gibt seine Choreographische Arbeit weiter. Als vielseitiger Künstler arbeitet er mit Musiker:innen wie Stromae und Aloïse Sauvage zusammen. 2018 gründete er die Kh Company und schuf das Stück „BLOW“. Heute erweitert er sein künstlerisches Universum auch im Film.

Choreograph
Alessio Monforte
B "Dall'abbraccio"
Choreographie: Alessio Monforte, Italien
Engagiert: Mir Dance Company, Musiktheater im Revier
Dauer: 10 Minuten
Musik: Palya Bea: Szól a kakas már; Ólafur Arnalds, Atli Örvarsson: Öldurót-Island Songs IV
Tanz: Alessio Monforte, Chiara Rontini
Sich erheben, fast im Lauf, als wolle man die stärkste Erinnerung festhalten – jene, die zurückführt zu einer ersten Begegnung mit einer einfühlsamen Seele, die ohne viele Worte versteht. Was danach kommt, ist noch nicht geschrieben, denn wahre Gefühle lassen sich nicht festhalten oder aufschreiben – sie müssen erlebt werden, um echt zu sein. Und wenn der Blick nach oben geht, ist der Himmel noch immer blau.
Alessio Monforte (*1998, Palermo) ist Tänzer und Choreograph. Seine tänzerische Ausbildung begann bei Ass. Le Tersicoree unter Tiziana Taormina und wurde durch das Agora Coaching Project (2014–2016) vertieft. Anschließend war er Teil der MM Contemporary Dance Company sowie am Staatstheater Augsburg engagiert. Seit 2019 ist er festes Mitglied der MiR Dance Company unter der Leitung von Giuseppe Spota, wo er mit internationalen Choreograph:innen wie Marcos Morau, Roy Assaf und Ivgi & Greben arbeitete. Parallel entwickelt Monforte eigene Choreographische Arbeiten, darunter „DALL’ABBRACCIO“, „In This Mesh“ und das abendfüllende „Carmina Burana“, die auf Festivals in Deutschland und Italien präsentiert wurden.

Choreograph
Giovanni Napoli
C "Whispers of an Ending"
Choreographie: Giovanni Napoli, Italien
Freiberuflich
Dauer: 10 Minuten
Musik: Giuseppe Villarosa: Whispers
Tanz: Camilla Bizzi, Afonso Pereira
„Whispers of an Ending“ ist ein intimes Porträt dessen, was bleibt, wenn eine Beziehung zu Ende geht: wenn Worte keinen Platz mehr finden, Ohren nicht mehr zuhören und Körper sich in entfernte Welten auflösen – wie das Ankommen in einem fremden Land, weit weg von zuhause, in dem nur noch das Echo einer unbekannten Sprache bleibt, ein kaum verständlicher Klang. Die Arbeit ist eine Reise in die Fragilität von Abschieden, in jene tiefe Einsamkeit, in der die Seele wandert. Zugleich ist sie eine Feier des Lebens: Denn im Ende liegt ein Geheimnis – kein Leere wartet, sondern ein verborgener Neuanfang.
Giovanni Napoli ist zeitgenössischer Tänzer und Choreograph. Er tanzte am Staatstheater Augsburg sowie bei der MM Contemporary Dance Company. Seine Arbeiten werden international gezeigt und umfassen Kreationen u. a. für das Mecklenburgische Staatstheater, das Staatstheater Augsburg, das Theater Lüneburg und Szeged Contemporary. Weitere Projekte entstehen u. a. für das Oldenburgische Staatstheater, Bühnen Bern und das Dutch National Ballet.

Choreographin
Ravid Abarbanel
D "The art of a structure"
Choreographie: Ravid Abarbanel, Spanien Freiberuflich
Dauer: 12 Minuten
Musik: Daniel Munarriz Senosiain: Original music
Tanz: Magí Serra, Nora Baylach, Isabella Dubroca.
„The Art of a Structure“ lädt dazu ein, den Unterschied zwischen Haus und Zuhause neu zu betrachten. Ein Haus ohne Zuhause bleibt eine leere Hülle, ein Zuhause ohne Haus hingegen ein Gefühl. Die Choreographin Ravid Abarbanel stellt das Haus als körperlich-architektonische Struktur dem Zuhause als immateriellen, von Erinnerungen und Erfahrungen geprägten Raum gegenüber. Im Zentrum steht die Frage, wie menschliche Beziehungen diese beiden Ebenen prägen – indem sie Stabilität geben, ins Wanken bringen, verändern oder auch zerstören können.
Ravid Abarbanel ist eine israelisch-portugiesische Choreographin und Tänzerin mit Sitz in Barcelona. Ihre Arbeit erforscht den Begriff „HOME“ im Spannungsfeld von Körper, Raum und Erinnerung und untersucht, wie Architektur und Erfahrung Identität prägen. Zu ihren Werken zählen „WildHome“, „UPROOTED“ und „The Art of a Structure“. Für ihre Arbeit erhielt sie internationale Preise, u. a. beim MASDANZA Dance Festival und 15M Festival, sowie mehrere internationale Förderungen und Einladungen zu Residenzen und Festivals.

Choreograph
Daniel Dragomir
E "Femina"
Choreograph: Daniel Dragomir, Ungarn
Freiberuflich
Dauer: 5 Minuten
Musik: Psalm 50 - Aramaic -Father Seraphim
Tanz: Andreea Valean
Das Solo ist Teil des abendfüllenden Werks „Nihil Sine Deo“ und beschreibt einen körperlichen Prozess aus Suche, Erkenntnis und dem Versuch, das Absolute zu begreifen. Dieses wird als übergeordnete, nicht materielle Instanz verstanden, die sich weder äußerlich fassen noch beschreiben lässt und nur über Gefühle und Emotionen erfahrbar wird. Der Prozess ist kontinuierlich und wechselhaft und führt bis an die Erschöpfung. In diesem Zustand entsteht eine Form von Klarheit, in der sich das Unfassbare annähert und eine individuell erfahrbare Dimension des Göttlichen sichtbar wird.
Daniel Dragomir ist Choreograph, Tänzer und Dozent sowie Leiter der Kompanie Contemporary Creative Dreamers. Er studierte Choreographie (BA 2017, MA 2019) an der National University of Theatre and Film „I.L. Caragiale“ in Bukarest und promoviert derzeit an der George Enescu National University of Arts in Iași. Seine Arbeiten, darunter „Nihil Sine Deo“, „When Darkness Becomes Light“ und „Oasis of the Fools“, wurden international gezeigt und durch zahlreiche Festivals und Residenzen geprägt. Neben seiner Choreographischen Praxis unterrichtet er international auf verschiedenen Niveaus und gibt sein Bewegungsvokabular in Workshops und Ausbildungsformaten weiter.

Choreograph*innen
Selene Martello & Dario Wilmington
F "Even absence casts no shadow"
Choreographie: Selene Martello & Dario Wilmington, Italien / Deutschland
Engagiert: Staatstheater Kassel / Freelance
Dauer: 12 Minuten
Musik: Dario Wilmington: EACNS
Tanz: Selene Martello, Dario Wilmington
„Even absence casts no shadows“ erzählt von zwei Künstler:innen, deren Beziehung unter dem Gewicht ihrer Obsessionen zerbricht. Inspiriert von Camille Claudel und Auguste Rodin zeigt die Arbeit, wie kreative Leidenschaft isolieren, verzerren und verzehren kann. Sie fragt, was bleibt, wenn Menschen in ihren eigenen Welten gefangen sind, und ob jemand den anderen davor bewahren kann, sich ungesehen und unbeachtet zu fühlen. Im Zentrum steht die Suche nach echtem Kontakt in einer Welt, die das Reale verschwimmen lässt, und die Frage, wie nah man sich sein kann und doch emotional unerreichbar bleibt.
Selene Martello ist zeitgenössische Tänzerin und Choreographin. Sie studierte an der Zürcher Hochschule der Künste und tanzte am Stadttheater Pforzheim sowie am Staatstheater Kassel, wo sie aktuell arbeitet. Ihre Choreographische Praxis ist geprägt von körperlicher Präzision, Ausdruckstiefe und einem interdisziplinären Ansatz. Dario Wilmington ist Tänzer, Choreograph und Musikproduzent, Absolvent der Palucca Hochschule Dresden. Er arbeitete u. a. in Pforzheim und Kassel. Gemeinsam arbeiten sie seit 2021 als Tired Eyes Collective an der Schnittstelle von Tanz, Performance und Klang. Ihre Werke wurden international gezeigt und ausgezeichnet, u. a. bei MASDANZA und Rotterdam. Sie kreierten Stücke für das Nationaltheater Mannheim und das Stadttheater Pforzheim. Ihr Werk „Even absence casts no shadows“ hatte 2025 Premiere in Kassel.

Choreographen
Pablo Navarro Muñoz & Yordi Yasiel Pérez Cardoso
G "Zero Sum (by any means)"
Choreographie: Pablo Navarro Muñoz & Yordi Yasiel Pérez Cardoso, Spanien / Kuba
Engagiert: MiR Dance Company
Dauer: 12 Minuten
Musik: Fernando Careaga: Zero Sum
Tanz: Yordi Yasiel Pérez Cardoso, Pablo Navarro Muñoz
Diese Arbeit ist kein klassisches Bühnenstück, sondern ein Versuchsfeld des Menschseins. Wir zeigen uns roh, ungeordnet und mutig, getrieben vom Bedürfnis, sichtbar zu werden und das „Tabu der Unvollkommenheit“ zu brechen – in einer Zeit, in der der Blick der Anderen wie eine permanente Beobachtung wirkt, die uns bewertet und reduziert. Die Arbeit untersucht Macht als Beziehung: zwischen Hobbes’ Idee von Konkurrenz und Machiavellis Denken von Strategie und Überleben. Die Choreographie fragt, ob Macht ohne Begrenzung möglich ist. Bewegung wird zur Erweiterung statt zum Vergleich – ein Übergang von Konflikt zu Präsenz, jenseits von Hierarchie.
Pablo stammt aus Granada und absolvierte seinen Abschluss in zeitgenössischem Tanz am CSD María de Ávila. Nach seiner Arbeit bei Dantzaz unter Itzik Galili trat er 2019 der MiR Dance Company unter Giuseppe Spota bei und tanzte Werke von Marcos Morau, Felix Landerer, Maura Morales und Sita Ostheimer.
Yordi stammt aus Kuba und absolvierte seine Ausbildung an der EVA sowie der ENA in zeitgenössischem und folkloristischem Tanz. Er arbeitete am Teatro de la Fortaleza und war sechs Jahre Teil von Ballet Revolución. Seit 2024 ist er Mitglied der MiR Dance Company unter Giuseppe Spota.

Choreograph*innen
Nikoline Due & Abel Rojo
H "Riders"
Choreographie: Nikoline Due & Abel Rojo, Dänemark / Kuba
Freiberuflich
Dauer: 9 Minuten
Musik: Los Zafiros: He Venido
Tanz: Abel Rojo, Nikoline Due
„Riders“ ist ein intimes und zugleich kraftvolles Duett von Abel Rojo und Nikoline Due. Ausgehend von improvisierten Strukturen und spielerischen Regeln erforscht das Stück, was es bedeutet, gemeinsam wirklich präsent zu sein. Jeder Moment entsteht neu: Die Performer:innen hören einander zu, reagieren spontan und gehen körperlich wie emotional Risiken ein. So wird jede Aufführung einzigartig, lebendig und unvorhersehbar. Begleitet von „He Venido“, einem kubanischen Liebeslied der 1960er Jahre von Los Zafiros, erzählt „Riders“ von Nähe, Vertrauen und Gemeinschaft – eine gemeinsame Reise voller Fragilität, Rhythmus und Freude.
Abel Rojo ist ein kubanischer Tänzer und Choreograph mit über 15 Jahren Bühnenerfahrung. Nach seiner Ausbildung an der National School of Modern Dance in Kuba arbeitete er mit renommierten Choreograph:innen wie Mats Ek, Ohad Naharin und Merce Cunningham. Als Choreograph entwickelt er interdisziplinäre Arbeiten an der Schnittstelle von Tanz, Theater, Klang und Installation.
Nikoline Due ist eine dänische Tänzerin und Choreographin. Nach ihrer Ausbildung im Hip-Hop studierte sie Zeitgenössischen Tanz und arbeitete unter anderem mit dem Danish Dance Theatre, mit WangRamirez und Emanuel Gat Dance. Neben ihrer internationalen Tätigkeit als Performerin entwickelt sie eigene Choreographische Arbeiten für Bühne und Kollaboration.

Choreograph*innen
Lesego Abigail Dihemo, Sbusiso Gumede & Tebogo Lelaletse
I "Limitless"
Choreographie: Lesego Abigail Dihemo, Sbusiso Gumede, Tebogo Lelaletse, Südafrika
Engagiert: Moving Into Dance
Dauer: 8 Minuten
Musik: Teboho Letele compiles music
Tanz: Sbusiso Gumede, Tebogo Lelaletse
„Limitless“ ist ein Werk, das das Überwinden von Grenzen thematisiert – sowohl äußerer als auch innerer. In einer Welt voller Barrieren und Ausgrenzung setzt es ein klares Zeichen: Inklusion ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Durch Bewegung, Musik und kollektiven Ausdruck wird erfahrbar, dass ein Leben mit unterschiedlichen Fähigkeiten nicht das Ende bedeutet, sondern den Beginn eines tieferen Verständnisses von Resilienz, Schönheit und Zugehörigkeit. Auch wenn gesellschaftliche Strukturen oft versuchen, Räume zu begrenzen, entsteht hier Widerstand. Wir erheben uns, wir widersprechen, wir eignen uns zurück. Nicht die Einschränkung definiert uns – sondern unsere Grenzenlosigkeit.
Lesego Dihemo (*1993, Südafrika) ist Tänzerin und Choreographin mit Schwerpunkt auf zeitgenössischem Tanz, Hip-Hop und inklusiver Performance. Ihre Ausbildung absolvierte sie u. a. an der Mayibuye Dance Academy, Indigo Theatre sowie bei Moving into Dance Mophatong. Internationale Aufmerksamkeit erhielt sie durch Produktionen wie „Women from the Moon“, „Romeo and Juliet“ und „The Nose“ (Deutschlandtournee 2020). Eigene Arbeiten wie „Part of Me“, „Insight“ und „Free to Dance“ wurden bei renommierten Festivals präsentiert. Zu ihren wichtigsten Auszeichnungen zählt der 2. Platz bei den South African Fitness & Hip-Hop Championships.

Choreographin
Zoe Ashe-Browne
J "Sibling"
Choreographie: Zoe Ashe-Browne, Irland
Engagiert: Opera Ballet Vlaanderen
Dauer: 7 Minuten
Musik: David Anthony Curley: Come on
Tanz: Christina Guieb, Toon Theunissen
Dieses Duett erforscht die einzigartige, komplexe und zugleich spielerische Dynamik von Geschwisterbeziehungen. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen und familiären Verbindungen untersucht die Arbeit die unsichtbaren, aber tief verwobenen Bande zwischen nahestehenden Menschen. Im Mittelpunkt stehen Nähe und Distanz, Rivalität und Fürsorge sowie die oft widersprüchlichen Gefühle, die diese Beziehungen prägen. Durch körperliche Interaktion und Choreographische Resonanz entsteht ein Raum, in dem sich Abhängigkeit und Eigenständigkeit ständig verschieben und gegenseitig bedingen.
Zoë Ashe Browne ist eine irische Tänzerin und Choreographin. Sie tanzte 16 Jahre u. a. beim English National Ballet, bei der Opera Ballet Vlaanderen und in der Company Eastman von Sidi Larbi Cherkaoui. Heute ist sie Associate Professor of Dance an der University of Limerick, Gast-Probenleiterin bei Opera Ballet Vlaanderen und Artist in Residence bei Luail, Irlands National Dance Company. Ihre Arbeiten wurden u. a. beim Edinburgh Fringe Festival und Gent Festival of Flanders gezeigt und von Institutionen wie Opera Ballet Vlaanderen und dem National Ballet of Ireland in Auftrag gegeben.

Choreograph*innen
(Ekleido) Hannah Ekholm & Faye Stoeser
K "Femina"
Choreographie: Ekleido (Hannah Ekholm & Faye Stoeser), Großbritannien
Freiberuflich
Dauer: 10 Minuten
Musik: Stella Mozgawa: Femina
Stylist: Ami Benton
Tanz: Hannah Ekholm, Faye Stoeser Phoebe Dowglass, Roshaan Asare, Tia Hockey,
Jasper Narvaez (tbc)
„Femina“ vermittelt eine zeitlose Botschaft des Sichtbarwerdens und Gehörfindens des Femininen und feiert die Stärke von Frauen sowie LGBTQIA+-Personen. Das Stück für sechs Tänzerinnen verbindet eine zeitgenössische Bewegungssprache mit Einflüssen aus New Way Voguing, Threading, Bonebreaking sowie den Stilen Waacking und House Dance der beteiligten Performerinnen. Geprägt von Ekleidos clubkulturellem Ansatz mit elektronischer Musik und urbanen Tanzstilen entsteht eine eigene Welt, in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschmelzen und das Feminine im Zentrum steht.
Ekleido ist ein Choreographisches Duo, bestehend aus Hannah Ekholm und Faye Stoeser, das für energiegeladene Arbeiten zwischen Live-Performance und Film bekannt ist. Ihre Praxis ist stark kollaborativ und verbindet zeitgenössischen Tanz mit Einflüssen aus der elektronischen Musikszene. Ihr Doppelabend „Splice | Rorschach“ erhielt große internationale Anerkennung, u. a. eine Vier-Sterne-Rezension im The Guardian, und feierte eine ausverkaufte Premiere im The Place in London. Seitdem tourte das Werk zu renommierten Festivals und Häusern wie Glastonbury Festival, Sadler’s Wells Breakin’ Convention, Latitude Festival und weiteren Spielstätten in Großbritannien und international.

Choreograph
Jack Bannerman
L "Is this the place you wanna be?"
Choreographie: Jack Bannerman, Australien/Neuseeland
Freiberuflich
Dauer: 12 Minuten
Musik: The Nutcracker, Pas de deux - Pyotr Ilyich Tchaikovsky. Kerry McCoy / Antonio Williams: Changes. Carrier Bag Music - Elysia Crampton
Tanz: Mattia Serio, Liam Meier
„Is this the place you wanna be“ ist ein zeitgenössisches Duett, das untersucht, wie sich unsere Wahrnehmung von Ereignissen und Informationen verändert. Geschichte wiederholt sich, doch die Art, wie wir sie heute erleben, ist neu geprägt. Durch den rasanten Medienzyklus wird emotionale Distanz zunehmend normalisiert, Empathie weicht einem Hunger nach Aufmerksamkeit. Diese Verschiebung beeinflusst nicht nur unser Denken, sondern auch unseren Körper: Wahrnehmung, Reaktion und körperliche Präsenz verändern sich im Zusammenspiel von Medien, Emotion und Beschleunigung.
Jack Bannerman ist Tänzer und Choreograph, der europaweit arbeitet. Seine Stücke wurden u. a. am Stadttheater Pforzheim, Landestheater Eisenach, der Tanzplattform Rhein-Main, dem Florence Dance Festival, der Tanzzentrale Nürnberg, Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste sowie bei Komuna Warszawa gezeigt. 2026 präsentiert er eine neue Installationsarbeit auf der Tanzplattform Deutschland. Seine Arbeit war Finalist bei MASDANZA 30 und wurde für SoloDuo Köln ausgewählt. Weitere Präsentationen folgen bei fünf Festivals in Spanien (2026). Residenzen führten ihn u. a. zum Tanzhaus Basel, nach Oslo (Arts Council Norway) und zur tanzfaktur Köln. 2027 wird er Resident Choreographer bei Springboard Danse Montréal. Er studierte an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden.

Choreograph*innen
Lou Cisnal, Amélie Delaunay, Elisa Picq & Marine Postel
M "Gaua"
Choreographie: Lou Cisnal, Amélie Delaunay, Elisa Picq, Marine Postel, Frankreich
Freiberuflich
Dauer: 12 Minuten
Musik: Malesa: Tres Caras; Saint Prieux: concerto pour une voix; Evil Grimace: Lalala
Tanz: Lou Cisnal, Amélie Delaunay, Elisa Picq, Marine Postel
„Gaua“ – baskisch für „Nacht“ – ist ein Raum aus Schatten, Stimmen und verborgenen Kämpfen. Vier Performerinnen erinnern an jene, die sich über die Geschichte hinweg dem Tanz trotz aller Widerstände verschrieben haben. Ausgehend von den unsichtbar gemachten und bestraften baskischen Frauen, die im öffentlichen Raum nicht tanzen durften, verbinden sich ihre Körper mit heutigen. „Gaua“ wird so zu einer lebendigen Hommage an widerständige Tänze, an Solidarität und an die elementare Notwendigkeit, sich frei bewegen zu können.
IBAWA ist ein aufstrebendes Choreographisches Kollektiv, gegründet von Lou Cisnal, Amélie Delaunay, Elisa Picq und Marine Postel. Es entstand aus dem Projekt „GAUA“, das beim Gau Beltza Festival in Hendaye uraufgeführt wurde. 2025 wurde IBAWA bei drei wichtigen Wettbewerben ausgezeichnet und erhielt jeweils sowohl den Jurypreis als auch den Publikumspreis: beim Grand Prix Dominique Bagouet in Angoulême, beim Wettbewerb des Festivals Le Temps d’Aimer la Danse in Biarritz sowie beim Wettbewerb Les Synodales für zeitgenössische Choreographie in Sens.

Choreograph*innen
Jiani Wang & Weidi Feng
N "Arrival at the Edge"
Choreographie: Jiani Wang & Weidi Feng, China
Freiberuflich
Dauer: 7 Minuten
Musik: Pascal Hautois: Respect & Sorrow, Christophe Zurfluh: Circular Translation
Tanz: Tianhui Xu、Xianzhe Chen
Die gegenüberliegende Seite scheint klar, klein und fern – und doch wirkt es, als würde sie uns zurück ansehen. Die Leere breitet sich langsam aus, die Distanz bleibt unüberwindbar. Und schließlich verliert sich ihre Form, bevor sie den Rand erreicht.
Wang Jiani ist eine junge Tänzerin und Choreographin. Sie absolvierte ihr Studium im Fach Choreographie an der Shanghai Theatre Academy und war anschließend Tänzerin der City Contemporary Dance Company (CCDC) in Hongkong. Ihre Arbeiten wurden auf bedeutenden nationalen und internationalen Tanzplattformen gezeigt und vielfach ausgezeichnet: „Into Thin Air“ wurde u. a. für das New Choreographer Program des Guangdong Modern Dance Festival sowie die HOTPOT East Asia Dance Platform ausgewählt und erhielt den Jurypreis beim Yokohama Dance Competition in Japan. „One Centimeter Off the Ground“ entstand im Rahmen des YAPD Creation Camp der Chinese Dancers Association. „Distance from Another Self“ gewann den Satoshi Ishibu’s Prize (Kategorie Zeitgenössischer Tanz) beim Seoul International Dance Competition, „Opening Up“ den Sonderpreis der Jury für Choreographie. „Jiani & Huanhuan“ wurde vom YIP-Programm des Shanghai International Dance Center unterstützt.

Choreograph*innen
Boris Orihuela & Jessica Castellón
O "Current Accounts"
Choreographie: Boris Orihuela & Jessica Castellón, Spanien
Freiberuflich
Dauer: 12 Minuten
Musik: Eugenio Parra Guarino & Boris Orihuela: Current Accounts
Tanz: Jessica Castellón, Boris Orihuela
„Current Accounts“ ist ein Tanzduett, das mit körperlicher Intensität und Humor die emotionalen und physischen Grenzen untersucht, die durch Arbeitswelten entstehen. In einer Verbindung aus Popping, Locking, House, Electro, Puppet und Dime Stop sowie weiteren Techniken entsteht eine theatralische Erzählung, die Figuren zum Leben erweckt und eigene visuelle Welten schafft. Ausgehend von einer Kündigung beleuchtet das Stück die Entmenschlichung des Arbeitsumfelds, in dem Arbeit zur Identität wird – bis zu dem Punkt, an dem das Selbst darin verloren geht.
Jessica Castellón und Boris Orihuela sind Choreograph:innen und Performer:innen, ausgebildet am Conservatori Superior de Dansa de València. Ihre Arbeit verbindet Urban Dance, Zeitgenössischen Tanz und Physisches Theater. Sie haben u. a. mit Dickson Mbi (London), Candela Capitán (Barcelona), Cie. Allongé (Paris) und Taiat Dansa (Valencia) zusammengearbeitet. Ihre Werke wurden europaweit auf Plattformen wie Dance Innovations (Edinburgh), dem Derida Dance Festival (Sofia), Corto in Danza (Italien) und Dansa València präsentiert.

Choreograph
Leo Gnatzy
P "Colony"
Choreographie: Leo Gnatzy, Schweiz
Freiberuflich
Dauer: 12 Minuten
Musik: Nils Frahm: Fundamental Values
Tanz: Leo Gnatzy, Jane Gotsmann, Beljana Metje, Sheang-Li Pung,
Haitang Zhang
Ein Stück über Gemeinschaft, Gesellschaft und den Prozess des Zusammenfindens. Fünf Tänzer:innen und fünf Drehstühle begegnen sich in einer Bewegung, die sie unweigerlich miteinander verbindet. Gemeinsam brechen sie auf in eine neue Welt – getragen von Visionen, Fragen und Unsicherheiten. Was werden sie entdecken, wem werden sie begegnen, was wird sie verbinden oder auseinanderdriften lassen? In einer Zeit von Nationalismus, Aufrüstung und gesellschaftlicher Verhärtung richtet sich die Arbeit auf das Streben nach Frieden, auf die Idee von Menschlichkeit und das fragile Entstehen von Gemeinschaft. Die Choreographie fragt: Wie würde Gesellschaft entstehen, wenn wir noch einmal ganz am Anfang stünden?
Leo Gnatzky studierte Szenische Künste (BA) an der Universität Hildesheim (2011–2016) und Zeitgenössischen Tanz (BA) an der Hochschule für Musik und Tanz Köln (2016–2021). Sein drittes Studienjahr absolvierte er am SUNY Purchase College in New York. Zudem schloss er 2026 den MA in Choreographie an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) ab. Neben eigenen Projekten in Tanz und Theater, u. a. „Zwischen Himmel und Erde – eine tänzerische Transformation“, arbeitete er als Tänzer, Performer und Schauspieler mit dem Comedia Theater Köln, dem Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg, sowie mit Milan Sladek, Sasha Waltz & Guests, Blenard Azizaj, Gregor Zöllig, Jan Pusch, dem Sokolow Theater/Dance Ensemble und Alexandra Waierstall.

Choreograph*innen
Danae & Dionysios
Q "Fάrιsa"
Choreographie: Danae & Dionysios, Griechenland / Philippinen
freiberuflich
Dauer: 12 Minuten
Musik: Constantine Skourlis: Fάrιsa - Originalmusik
Tanz: Danae & Dionysios
„Fárisa“ ist ein Duett, das im Rahmen des Projekts „Pilgrims“ entstand, das die Pilgerreise als Metapher für den menschlichen Lebensweg versteht. Im Mittelpunkt stehen zwei Figuren, die trotz ihrer Nähe nach echter Verbindung und gegenseitigem Halt suchen. Inspiriert von unserer Beziehung zur Natur und zur Tierwelt fragt das Stück: Wie können zwei unterschiedliche Wege zusammenfinden? Wie entstehen Beziehungen durch Vertrauen, Nähe und gegenseitige Unterstützung? Poetisch und atmosphärisch eröffnet „Fárisa“ einen Raum zwischen Traum, Erinnerung und Bewegung.
Danae & Dionysios sind Choreograph:innen und Tänzer:innen aus Griechenland sowie künstlerische Leiter der Kompanie Small Axe, die sie seit 2015 gemeinsam führen. Ihre Choreographische Arbeit umfasst Aufträge u. a. für Skånes Dansteater, Scapino Ballet Rotterdam und das Staatstheater Braunschweig; zudem entstanden sechs eigene Stücke. Als Tänzer:innen arbeiteten sie u. a. mit der Akram Khan Company, dem ZfinMalta Ensemble, der Hellenic Dance Company und dem Unterwegstheater. Parallel unterrichten sie an Hochschulen wie Codarts, FRE3 Bodies und der PERA School of Performing Arts sowie international in Workshops. Ihre Praxis ist stark vom brasilianischen Jiu Jitsu geprägt und versteht sich als offen für Menschen aller Altersgruppen und Bewegungshintergründe.

Choreograph
Adi Schwarz
R "Cheap Material"
Choreographie: Adi Schwarz, Israel/Tschechien
Freiberuflich
Dauer: 12 Minuten
Musik: Cheap Material, I can't wear anything - Zohar Wagner; Kornelia, Yonatan - Yona Wallach; Original - Adi Schwarz
Tanz: Adi Schwarz, Ella Isman Liwer
„Cheap Material“ untersucht die feine Grenze zwischen weiblicher Sexualität und den gesellschaftlichen Tabus, die sie umgeben. In einer intensiven Choreographischen Sprache begegnen sich „Reinheit“ und Verbot, Nähe und Widerstand. Die Musik von Zohar Wagner und der Choreographin selbst sowie Texte der israelischen Dichterin Yona Wallach prägen die atmosphärische Bildwelt des Stücks. „Cheap Material“ hinterfragt gesellschaftliche Normen und eröffnet einen sensiblen Blick auf weibliche Identität, Körperlichkeit und Selbstbestimmung.
Adi Schwarz (*2003, Israel) ist Tänzer und Choreograph, dessen Arbeit die Verbindung von Musik, Bewegung und theatraler Ausdruckskraft erforscht. Mit 18 Jahren wurde er Mitglied der Batsheva Ensemble Dance Company, wo er drei Jahre Werke von Ohad Naharin interpretierte und mit internationalen Choreograph:innen arbeitete. Seit 2023 arbeitet Schwarz freischaffend und präsentiert seine Werke europaweit auf Festivals, in Theatern und Residenzen. Parallel dazu vermittelt er seine eigene Bewegungssprache in internationalen Workshops. Sein Werk bewegt sich zwischen Verspieltheit und Tiefe und befragt Identität, Geschichte und kollektive Vorstellungskraft.

Choreographin
Jeanne Garcia
S "Éponyme"
Choreographie: Jeanne Garcia, Frankreich
Freiberuflich
Dauer: 12 Minuten
Musik: Acid Arab: Sayarat 303
Tanz: Hide Andseek, Jeanne Garcia
„Éponyme“ bewegt sich zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Im Mittelpunkt stehen Hide und Jeanne – zwei Figuren, die sich anziehen, abstoßen und zugleich auf geheimnisvolle Weise verbunden sind. Hide taucht mit kindlicher Verspieltheit in eigene innere Welten ein, während Jeanne wie eine flüchtige Erscheinung wirkt, die jederzeit verschwinden könnte. In einem intensiven körperlichen Dialog begegnen sich ihre Bewegungen wie Spiegelbilder. Spielerische Szenen treffen auf surreale und dunklere Momente und schaffen Bilder, die an Magritte erinnern. So entsteht ein poetischer Raum voller Illusionen, in dem das Publikum selbst Teil des Spiels wird.
Jeanne absolvierte zunächst eine Ausbildung am Konservatorium von Avignon und setzte ihre künstlerische Entwicklung bei Cobosmika fort, wo sie mit Peter Mika und Sam Coren arbeitete. Anschließend studierte sie am Ballet Junior de Genève mit Schwerpunkt auf Repertoire und zeitgenössischer Kreation. 2023 entwickelte sie im Rahmen des Booster-Programms in Toulon das Duett „Éponyme“ unter der Mentorschaft von Régine Chopinot. Ihre Arbeiten wurden auf zahlreichen Festivals und Plattformen in Frankreich und Europa präsentiert und mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Jurypreis bei Arcadanse in Annecy, dem Best Choreographer Award beim CorpoMobile Festival in Rom sowie dem Preis für Interpretation beim Prix Dominique Bagouet 2025.

Choreograph
Joan Ferré Gómez
T "There is something about the river"
Choreographie: Joan Ferré Gómez, Spanien
Engagiert: Tanztheater Heidelberg
Dauer: 12 Minuten
Musik: Own recordings of water and "Umbrella" from Rihanna. Mixing of the music: Alexander Kuzin
Tanz: Jochem Eerdekens, Joan Ferré Gómez
„There is something about the river“ ist eine Hommage an das Wasser – ein Element, das Joan über viele Jahre Trost und Orientierung schenkte. Der Fluss wurde zu einem Ort der Reflexion, der durch Zeiten des Zweifelns und Suchens begleitete. Geprägt von Erfahrungen entsteht nun die Bereitschaft, sich dem Unbekannten hinzugeben, Fragen offen zu lassen und die Reise der Unsicherheit anzunehmen. Das Stück erzählt von Vertrauen, Wandel und der Kraft, sich vom Leben tragen zu lassen.
Joan Ferré Gómez, geboren in der Provinz Barcelona, absolvierte seine Tanzausbildung bis 2016 an der CODARTS University for the Arts in Rotterdam. Erste Engagements führten ihn ans Nationaltheater Mannheim unter der Leitung von Stephan Thoss sowie zur Weedance Company in Görlitz. Anschließend arbeitete er international als freischaffender Tänzer mit Kompanien wie Ivgi&Greben, cie. Thor, Sharon Fridman und Antonio Ruz. Seit 2025 ist er zunächst als Gast, später festes Mitglied am Tanztheater Heidelberg engagiert.
